Iaido Stage mit Hiroko Fuji


Ein Bericht von Roman Lanz

Samstag, 01. April 2017 – Mit offenen Armen begrüsst uns Monika „Mino“ Tanner in der Asia Sportschule in Herisau.

12 Personen sind heute auf der Matte um von Hiroko Fujii zu lernen. Die kleine Japanerin tritt sehr sanft, beinahe schon zierlich, auf. Sie wirkt wie die Person, der man einen verwundeten Vogel zum gesund pflegen geben würde. Aber der erste Schein vermittelt oft nicht das gesamte Bild. Hinter dem zarten Lächeln und den grau melierten Haaren steckt ein 7. Dan Iaido. Ihr persönlicher Stil: Shizentai Do – der innere Weg.

Bevor wir allerdings unsere Waffen zur Hand nehmen können, müssen wir den Boden finden. Nicht ganz so einfach wie’s jetzt klingt. Gemeint ist damit, die eigenen Energien fliessen zu lassen sowie Standhaftigkeit und Kraft durch unsere Füsse aus dem Boden und nicht aus dem Kopf zu beziehen. Durch Atemtechniken und das Einnehmen verschiedener Körperhaltungen versuchen wir zunächst kaum spürbare Veränderungen in uns selbst zu ermitteln. Ob man eine Last nun mit angewinkelten Armen vor sich hin trägt oder sie mit gestreckten Armen vor sich her schleppt, welchen Unterschied die Körperhaltung auf den Geschmack von Tee haben kann und wie man die Füsse korrekt belastet, sind nur einige der Dinge, die wir am eigenen Leib erfahren dürfen.

Im späteren Verlauf des Kurses geht es dann auch noch technisch zur Sache. Mit Bokken ausgerüstet unterrichtet uns Hiroko in der Laufschule und grundlegenden Bewegungen mit dem Schwert. Dabei nimmt sie Rücksicht auf unsere individuellen Erfahrungen und verbessert Fehler, bevor sie sich festsetzen und verfeinert Details um unseren Bewegungen den letzten Schliff zu verpassen. 

Zu guter Letzt nehmen wir die Katas in Angriff. Zunächst auf dem Boden und als die Knie schon lange nach Erholung schreien, im Stand. Einige der Bewegungen kommen leicht von der Hand, da wir sie schon mit dem Bokken einstudiert haben, andere weniger. Die Stunden schmelzen dahin, während die Unterarme zunehmend protestieren. Bevor wir uns versehen, neigt sich unser Besuch dem Ende zu und wir machen uns nach einem herrlichen, wenn auch ein wenig widerspenstigen, Fondue am Samstagabend und einem Brunch am Sonntagmorgen auf den Heimweg. 

Mir persönlich war es ein Vergnügen. Ich konnte viel mit auf den Weg nehmen und freue mich auf die Fortsetzung am 18./19. November 2017.